Egoistische Sportwagenfahrer

Eogist

Sind Sportwagen Fahrer egoistischer?

Vor kurzem war meine Frau im Baumarkt und mühte sich direkt an der Kasse mit einem störrischen Einkaufswagen, voll mit Fliesen ab. Er wollte nicht mehr vorwärts. Diese maximal 90 cm. Lücke nahm der Mann hinter ihr mit seinem Sohn zum Anlass, unvermittelt zu überholen. Kein Ausdruck von Hilfsbereitschaft oder Vorbildfunktion war erkennbar, er war versunken in reinem Egoismus. Leider gab er sich darauf angesprochen auch noch unschuldig. Das war die falsche Strategie. Auf der Straße sah meine Frau dann den „Überholer“ in seinem Sportwagen davon fahren. Sie wissen sicherlich schon, welchen Sportwagen er fuhr? In Österreich gab es vor kurzem ein Stadtgespräch in Wien mit dem Gemeinderat. Hier wurde diese Art von Fahrer bereits als Schimpfwort benutzt. (Autoname + das Wort „Fahrer“)

Sportwagen Fahrer Egoismus

Wut am Steuer fordert Blutzoll

Der Egoist ist inzwischen ein Klassiker in der Gegenwartsphänomenologie. Dank Leasing ohne Anzahlung werden es immer mehr. Mit dem ständigen Anwachsen der Masse, verschwindet jedoch beim Betrachter der Zauber dieses Sportwagens. Vom sportlichen aufstrebenden Sportwagen Fahrer zum gut frisierten Clown mit Drei-Tage-Bart. Weg vom eleganten Exoten als Sportwagen, hin zum „Samstag auf dem Aldi Parkplatz“ in Reihe stehenden Sportwagen. Durch seine Selbstverliebtheit, zumeist versunken in sein Iphone oder dem Rückspiegel, nicht mehr auf den Verkehr achtend. Mal verstopft er mit seinem Narzissmus die Straßen, mal gibt er den Proleten auf der Überholspur. Auf den Verkehr wird nicht geachtet, denn der Verkehr muss auf ihn achten. Seien wir uns mal ehrlich. Diese neue Art von Männern sind keine echten Männer mehr, weil Sie es selbst nicht mehr sein wollen. Eher androgyne Männer, früher als zwitterhaft bezeichnet und jetzt als Mann mit weiblichen und männlichen Merkmalen. Maskulinität und Feminität, gut geföhnt und aussehend, wie in der Werbung für Rasiercremes oder Parfüm. Diese Sportwagen Auto-Narzissten braucht man auch gar nicht auf Ihr Benehmen ansprechen. Denn sie benehmen sich im Auto wie Frauen bei einer Adult-Toyparty. Erregt und konstant vom Straßengeschehen abgewandt. Vom Handy abgelenkt, ständig darauf konditioniert zu schauen, wer auf der Straße ist und einen möglicherweise anhimmeln könnte.

Man muss zugeben, für die ersten grauen Haare sieht der angesprochene Sportwagen Fahrer gut aus, ist zumeist fit, sportlich und er duftet gut. Das Hemd frisch gebügelt, das Outfit perfekt. Auch wenn man sofort wieder die Rolex, Camp David Klamotten und Hogan Schuhe an ihm erkennt. Auf den Weg nach Italien wird bei Kaffee Dinzler am Irschenberg als Geheimtipp angehalten und man ist nicht auf Facebook, hat aber auf jeden Fall einen Account unter anderem Namen. An der Ampel erkennt man seine Selbstverliebtheit, weil er erst lange wartet und dann voller Begeisterung mit offenem Sportauspuff losfährt. Er zuckelt von sich selbst eingenommen durch den Verkehr, kennt aber ab dem Zeitpunkt alle Verkehrsregeln, an dem ein C63S AMG Mercedes bei 280 km/h zum Überholen ansetzen möchte. Dies geht auch soweit, dass jeder Fahrtest der beliebten Sportwagen Marke mit einem Kopfnicken und „war zu erwarten“ quittiert wird. Oder dem Satz: „der Tester war von dem anderen Autohersteller gekauft“. Mit sich selbst ist er im Reinen, denn er befindet sich in einer Endlos Schleife eines Werbespots.

Egoist Sportwagen Fahrer

Egoismus in enger Gasse

Möglicherweise schnellere Verkehrsteilnehmer werden ignoriert – langsamere sowieso. Denn er lebt in seiner Welt voller Narzissmus. Er macht es nicht aus bösen Willen. Inzwischen werden Sie ihn schon erkannt haben. Pediküre und Maniküre sind selbstverständlich, ebenso legere blaue Hemden von Boss mit Schal. Ein Anhupen bringt nichts, der Fahrer träumt oder schläft seinen Egotrip, um dann schnell wieder in seine Ledersitze einzutauchen. Noch schöner ist jedoch anzuschauen, wenn ein weibliches Wesen den Selbstbeglückern mit einer Fahraktion ein dramatisches Ende setzt. Zum Beispiel durch benutzen der Busspur, oder einfach, weil sie bei dunkelorange noch mit Ihrem Fiat 500 darüber gesaust ist. Diese Selbstverachtung, serviert von einem 69-PS-Auto zeigt Wirkung. Jeder Eindringling in die zauberhafte Wohlfühlwelt kleinbürgerlicher Arriviertheit gilt als Feind. Aber abgesichert durch überflüssige Sonderausstattungen, 23 Airbags und Luxus im geleasten Sportwagen fällt man schnell wieder in seinen Narzissmus zurück. Der Postillon hat auch schon reagiert und einen Bericht erstellt, bei dem BMW die automatische Lichthupe auf der Autobahn mit Näherungssensor vorstellt.  Wie es weiter geht? Ich weiß es auch nicht. Ihr Willi. 

Autor Sportwagen Kaufen Kopie
Gastbeitrag von Willi H. – wir sagen danke!

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1 Comment

  • Mensch Willi, recht haste. Wir sind seit seit Jahren V8 – Kunden und stellen immer häufiger fest, wie der jungen Sportwagengeneration die Eier anschwellen, selbst wenn sie auf unseren alten S8 treffen.

    Gruß

    Jens

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